Infobrief April 2010

Palopo, 26. April 2010

Informationen über das Arbeitsleben eines Pfarrers in der Luwu Kirche, Südsulawesi

Eine Hauptaufgabe des Arbeitsgebietes unserer Landeskirche, die wir jedes Jahr als Schwerpunkt unseres Dienstes für die Gemeindeglieder sehen, ist der Besuch der kleinen Gemeinden in abgelegenen Dörfern.

Die Gemeinden, die am weitesten von der Synode in Palopo entfernt sind, liegen auf dem Gebirge namens Seko. Diese Gemeinden sind an der Grenze zu West- und Mittelsulawesi. Am 10. April bin ich nach Seko aufgebrochen, um dort der ökumenischen Osterfeier vom 10. bis zum 14. April beizuwohnen.

Ursprünglich hatten wir geplant, drei Personen aus der Synode nach Seko zu schicken. Da die Transportskosten jedoch recht hoch sind (1.000.000 Rp./ ca. 80 Euro für die Mopedsmiete pro Person, hin und zurück), haben wir uns dazu entschieden, nur den Kirchenpräsidenten zu schicken.

Die Fahrt mit dem kleinen Moped nach Seko ist recht beschwerlich, da man ca. 12 Std. für die Strecke braucht. Wenn es starke Regenschauer gibt, muss man die Fahrt unterbrechen um unter einer Brücken mit einer extra Überdachung eine Pause einzulegen. Ab und zu ist man sogar gezwungen, die Nacht dort zu verbringen.

Trotz der beschwerlichen Fahrt, ist die Landschaft dort sehr schön. Alles ist sehr grün und von Überall her strömt Waldduft. Zudem ist die Luft für indonesische Verhältnisse recht kühl.

Es gibt auch einen anderen alternativen Weg, um nach Seko zu gelangen, nämlich mit einem kleinen Flugzeug zu fliegen. Leider ist der Flugplan sehr ungenau und wetterabhängig. (Bei Nebel z.B. kann die Maschine nicht fliegen.)

Das Kirchengemeindeleben und die Gemeinschaft in Seko ist sehr herzlich, familiär und harmonisch. Als Besucher spürt man sehr, wie die Menschen sich dort bemühen, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, um ein gelungenes ökumenisches Osterfest zu feiern.

Die Gemeindeglieder aus verschiedenen Gemeinden (Alte, Junge und Kinder) haben einen langen Fußmarsch hinter sich. Sie sind alle fast 2-4 Std. zu Fuß unterwegs bis sie das Ortszentrum erreichen, wo die Osterfeier stattfindet.

Die Ortsbehörde und andere Religionsgemeinschaften unterstützen diese Feierlichkeiten, besonders im Bereich des Sportwettbewerbs. Wir veranstalten außerdem Wettbewerbe im Bereich Bibellesen, Bibelquiz und als Schwerpunkt natürlich auch die Bibelarbeit, die sehr gerne von den Dorfbewohnern in Anspruch genommen werden.

Wie motiviert und eifrig sie bei der Bibelarbeit mitmachen, merkt man daran, dass die Gemeinde keinen eigenen Pfarrer hat, der sie im geistlichen Leben begleitet. Die Gemeindemitglieder sind sehr einfache und arme Menschen. Sie sind Kakao-, Kaffee-, oder Reisbauern. Sie können sich keinen Pfarrer finanzieren, weil sie sich ihren Lebensunterhalt oft nur mühsam erarbeiten können. Die Kirchengemeinde in Seko besteht aus  12 Gemeinden, mit 30-50 Gemeindemitgliedern je Gemeinde.

Wir in der Synodeleitung sehen eine große Notwendigkeit, dass die Gemeinde in Seko Bedarf an Begleitung in vielen Hinsicht braucht, wie z.B regelmäßiger Gottesdienst, Frauen- und Jugendarbeit, Sonntagsschule, Genderprogramm und HIV- und Drogenprävention.

Unsere zweite kleine Kirchengemeinde ist die Gemeinde auf dem Gebirg Bastem. Dieses liegt an der Grenze zu Toraja (Mittelsulawesi). Die Gemeinde in Bastem ist nicht so weit von der Synode entfernt, im Vergleich zur Seko. Man braucht nur 3 Std. Mopedfahrt (ca. 30-35 Euro pro Person für Transportskosten) je nach Wetterlage.

Wie in Seko leben die Gemeindemitglieder in Bastem größtenteils vom Kaffee-, Kakao oder Reisanbau. Sie halten sich teilweise auch Schweine, Wasserbüffel oder Kühe (selten), wenn sie genügend Land besitzen.

In Seko und Bastem gibt es nur Grundschulen. Vereinzelt gibt es auch Mittelschulen, die leider auf Grund des Schülermangels oft geschlossen werden müssen. Die Grundschulqualität in dieser Gegend sind auf niedrigem Niveaus, im Vergleich zu anderen  Grundschulen in größeren Orten. Oft bekommen die Schulabgänger aus Seko und Bastem Schwierigkeiten, wenn sie auf eine weiterführende Schule gehen wollen.

Unsere Ziele für das Jahr 2010/2011, für die Gemeindeglieder in Seko und Bastem sind :

  1. Regelmäßiger Besuch in der Kirchengemeinde (einmal im Monat)
  2. Regelmäßiger Besuch im Kirchenbezirk (einmal in der Woche)

Geschrieben von Pfr. Gideon Pasali (Kirchenpräsident von GPIL)

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